Die medienwissenschaftliche Praxis des Um / Formatierens wurde im Wintersemester 2017 / 18 mit vierzig Bachelor- Studierenden der Medien-, Theaterwissenschaft und den Gender Studies entwickelt und erprobt. Inhalt des Seminars waren konkrete mediale Standardformate, wie z. B. die Carte de Visite, die Schallplatte, der 16- oder 35mm Filmstreifen, digitale Dateiformate, wie das JPEG, GIF, MP3, die Videokassette oder auch Papierformate wie DIN A0 oder A8. 

Die Auseinandersetzung mit dem Gegenstand des Seminars, den Formaten, fand durch die gemeinsame Praxis des Um / Formatierens statt. Hierzu setzten wir uns dem Versuch aus, jenseits von sprachbasierter (Vortrag, Referat, Diskussion) und textgeleiteter (Lesekarte, Exzerpt, Essay, Hausarbeit) Reflexion, die politischen, künstlerischen, sozialen und materiellen Vorgaben von Formaten zu erkunden. Mit dieser selbstgesetzten Restriktion sollten die von Medien immer schon entschiedenen Vorgaben und Ein / Ausschlüsse explorativ nachvollzogen, ihnen forschend nachgespürt und in der auferlegten Konfrontation mit der medialen Direktive gefühlt werden. Wir wollten in unserem Denken Standards hinterfragen und erkennen, welche Veränderung von vermeintlicher Faktizität und objektiver Gesetztheit von Wissen eintritt, wenn Inhalte von einem Medium in ein anderes übertragen werden. […]