Nocturne

Mit der Veränderung des Lichts verändern sich die Dinge.

Eine Gardine wird zu einem Gespenst, Kolleg*innen zu Freund*innen, der Austausch von Wissen zu gemeinsamem Denken.

Nocturne ist der Zustand des Nächtlichen. Nächtliches Denken, nächtliches Schreiben, nächtliches Diskutieren, nächtliches Proben, nächtliches Zusammensitzen, nächtliches Feiern, nächtliches Pläneschmieden, nächtliche Potentialität. Nächtlich ist für uns mehr als nur eine Tageszeit. Es ist eine Gegebenheit, oder Diesheit, etwas das all unser Handeln verändert. In der Nacht verändert sich alles, was wir bereits am Tage begonnen haben.

Als Plattform soll Nocturne einen Raum bzw. eine Zeit für all jene Praktiken bieten, die in den Zwischenräumen und -zeiten der Institutionen entstehen. Eine Zeit, in der die Produktion und Vermittlung von Wissen zur kollektiven Praxis werden, in der Techniken des Lehrens zu experimentellen Verfahren werden und in der Kunst und Wissenschaft nicht in Austausch treten, sondern bereits gemeinsam begonnen haben anders zu arbeiten.

Wir haben Nocturne als einen Ort für Projekte der experimentellen Wissensproduktion und -vermittlung gegründet. Anstoß und Anliegen dieses Unterfangens war und ist das Bedürfnis andere Formate, Techniken zur Produktion, Vermittlung und Distribution von Wissen zu stärken. Seit Langem sind in Gesprächen mit Kolleg*innen und Freund*innen immer wieder die Probleme der Universität- und Verlagslandschaft sowie des Kunstbetriebs Thema gewesen. Diese Klagen gingen dabei jedoch nicht selten mit zahlreichen Ideen einher, wie wissenschaftliche und künstlerischen Praktiken anders zusammenkommen können oder bereits schon seit langem in Seminaren, Lesegruppen, Proben oder im Studio anders praktiziert werden. Nocturne ist nun der Versuch diesen alternativen Praktiken eine Plattform zu bieten, sie zu verbreiten und zu stärken. Wie das in Zukunft aussehen wird ist auch für uns noch offen. Begonnen haben wir mit einem spekulativen Handbuch.

Aktuelles

Erstes Buch bei Nocturne erschienen: Experimente lernen – Techniken tauschen. Ein spekulatives Handbuch
30. August 2020

Erstes Buch bei Nocturne erschienen: Experimente lernen – Techniken tauschen. Ein spekulatives Handbuch

Wir freuen uns sehr, dass erste Buch bei Nocturne anzukündigen: Experimente lernen – Techniken tauschen. Ein spekulatives Handbuch versammelt 15 Beiträge, die je eine Technik zur Bearbeitung und Vermittlung von Wissen präsentieren. Der Untertitel kündigt es bereits an: Im Stil eines Handbuches geht es einerseits darum möglichst konkrete Verfahren zu Verfügung zu stellen, deren Einsatz zu Arbeits- und Denkweisen zwischen Kunst, Aktivismus und Wissensproduktion anregen sollen. Andererseits verweist der Zusatz des Spekulativen darauf, dass keine der Techniken einfach ein zu eins umzusetzen ist, sondern dass gerade ihr Einsatz in neuen Situationen immer auch eine spekulative Komponente besitzen muss. So besteht jeder Beitrag aus zwei Teilen: Zuerst einem How-to Teil, der – mal mehr, mal weniger direkt – eine Anleitung für mögliche Vermittlungsformen gibt. Dem folgt ein Text, der ausführt, aus welcher Situation heraus die Technik entstanden ist, was ihre Implikationen, Schwierigkeiten, Einsatzformen etc. waren und sind. Die Entstehungskontexte der einzelnen Beiträge umfassen dabei bewusst nicht nur die Universität, sondern zirkulieren zwischen Universität, Kunst und informellen und/oder politischen Formen der Bildung. Denn gerade im Austausch zwischen diesen Bereichen entstehen unserer Erfahrung nach die interessanten Formen des Lernens, Lehrens und Vermittelns. So ist das Buch als eine Einladung zu verstehen, ausgehend von ihm zu experimentieren und zu spekulieren.

Alle Texte findet sich im Bereich »Texte« und das PDF des Buches hier.

Die Printversion des Buches kann für €10 plus Versandkosten mit einer Mail an gerkomail[at]gmail.com bestellt werden.


Kongress der Gesellschaft für Medienwissenschaft 2020
28. September 2020

Kongress der Gesellschaft für Medienwissenschaft 2020

Unsere (geisteswissenschaftlichen) Fächer brauchen neue und vor allem eigene Ideen für eine kreative und experimentelle Lehre: für eine Lehre, die das gemeinsame Experimentieren (wieder) einführt. Der Workshop versammelt Techniken experimentellen Forschens und Lehrens aus den Bereichen der Medienwissenschaft, der Kunstvermittlung, der Performance, der Filmwissenschaft und der Kritischen Pädagogik. Dabei soll es statt um Medien(einsatz) in der Lehre um experimentelle Techniken, Milieus des Experimentierens und um Formen der Situierung des Wissens gehen. Zudem wollen wir die Teilnehmenden einladen, ihre Lehrerfahrungen mit experimentellen Formaten auszutauschen. Denn immer wieder begegnen uns Kolleg_innen mit inspirierenden Ideen für ihre Lehre, die sie häufig im Dialog und in Experimenten mit den Studierenden entwickeln, die aber an ihrem Institut oder in ihren Lehrveranstaltungen verbleiben.

Im Rahmen des Workshops wird ferner ein „spekulatives“ Handbuch unter dem Titel Experimente lernen, Techniken tauschen präsentiert, das ausgewählte Vermittlungstechniken in dialogischer Form vorstellt und diskutiert. Es soll als Open-Source-Projekt zum Austausch über experimentelles Lehren und Lernen in der Wissenschaft und darüber hinaus dienen und so für die vielfältigen Techniken der Lehre sensibilisieren und begeistern.

Publikationen

Experimente lernen, Techniken tauschen
Ein spekulatives Handbuch

Das spekulative Handbuch bietet vielfältige Techniken für ein radikales Lernen und Vermitteln. Es umfasst konkrete Anleitungen, Erfahrungen und theoretische Überlegungen. Die Texte beteiligen sich an der Konzeption einer Vermittlung, die das gemeinsame Experimentieren (wieder) einführt. 

Im Seminarraum, in Workshops, auf Festivals, in Fluren, Parks und der Stadt finden Lernen und Verlernen statt. Texte und Anleitungen u. a. zu: Filmessays, Collagen, Banküberfällen, der Universität der Toten, wildem Schreiben, konzeptuellem speed Dating, neurodiversem Lernen, Format-Denken, dem Theater der Sorge, dem Schreiblabor, dem Körperstreik.


Gestaltung und Satz: Ricarda Löser, Weimar   www.ricarda-loeser.de

Korrektorat: Ivana Buhl

Druck: Buch- und Kunstdruckerei Keßler GmbH, Weimar

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Buchcover: Experimente lernen, Techniken tauschen

Experimente lernen, Techniken tauschen
Ein spekulatives Handbuch

Hrsg. von Julia Bee und Gerko Egert
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-00-066190-7

PDF
Die Printversion des Buches kann für 10€ plus Versandkosten bestellt werden